Google drängt in den VR Markt

Daydream System

Daydream System nach Google: ein zertifiziertes Smartphone, die passive Halterung, sowie eine Fernbedienung (Bildquelle: Google)

Auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O stellte der Suchmaschinenbetreiber im Mai sein neues VR Konzept Daydream vor – es basiert auf der geplanten Version N des Handy-Betriebssystem Android, welches ende 2016 erscheinen soll. Dazu wurden zahlreiche Optimierungen im Handy-Betriebssystem vorgenommen, die immersive mobile VR Erlebnisse ermöglichen sollen. Diese Kombination, VR auf Smartphones, gilt in der Branche als heiliger Gral, gelten die bisher benötigten (Stolper-)Kabel und teure sowie komplizierte Rechner als Hemmschuhe für eine schnelle Verbreitung von VR.

Daydream markiert damit ein ernsthaftes Engagement seitens Google für VR, und umfasst neben neuen Mobiltelefonen und Tablets auch eine gleichnamige Zertifizierung. Die erste Hardware werden namhaften Herstellern wie Samsung, Huawei, HTC und LG ab Herbst 2016 veröffentlichen, zur Zeit gilt nur Google eigenes Nexus 6 als „Daydream“ kompatibel. Für die Nutzung ist eine kleine Fernbedienung Pflicht, mit der sich Bewegungen der Hand im Raum verfolgen lassen, um Interaktionen in der virtuellen Welt zu ermöglichen.

Neben Daydream soll auch weiterhin das bisherige und sehr erfolgreiche Google Cardboard Projekt weiterexistieren, welches mittlerweile Auftritte von Mercedes Benz, Star Wars (Disney) , AccorHotels und TUI Cruises aufzuweisen hat.

Was bedeutet Googles Daydream Initiative für VR Marketing?

Daydream LogoFür VR Marketing sind dies gute Nachrichten, denn die neuen Geräte werden neue und bessere immersive Erlebnisse ermöglichen, als dies bisher mit Google Cardboard möglich war. Gleichzeitig vergrößert sich damit auch sukzessive die Zielgruppe der VR Nutzer. Die Frage ist somit ab sofort nicht mehr, ob Virtual Reality zu den Massen kommt, sondern wie – in welcher Art und Weise wird die breite Masse virtuelle Erlebnisse in Zukunft konsumieren wollen? Da computerbasierte System wie die Oculus Rift oder HTC Vive weiterhin technisch komplex und mit Anschaffungspreisen um die 2000€ auch recht kostspielig sind, gehören mobilen Lösungen auf lange Sicht der Markt. Allerdings gilt es bis dahin noch jede Menge Kinderkrankheiten zu überwinden – so überhitzen heutige Smartphone-Modelle regelmäßig bei intensiver Nutzung, und auch die eingebauten Akkus werden arg strapaziert, so dass nach spätestens anderthalb Stunden intensiver Nutzung Schluss ist.

Ein Systemstreit liegt in der Luft…
 Google scheint mit der Vorherrschaft seines Android Betriebssystems im Mobilbereich quasi per Brechstange auch den VR Markt an sich reissen zu wollen – sehr zum Misfallen von Vorreiter OculusVR, der seit Monaten mit John Carmack den berühmtesten Mitarbeiter an diesem Thema arbeiten lässt. Es wird spannend sein zu sehen, was Oculus in Zukunft den Plänen von Google entgegensetzen möchte – ein Machtkampf um die technische Vorherrschaft auf dem mobilen VR Markt kündigt sich an. Lachender Dritte wäre wohl Samsung – die Nutzer ihrer Smartphones werden Android N als Betriebssystem haben und auch die hauseigene GearVR unterstützen, die von Oculus mitentwickelt wurde… sie haben das „best of both worlds“.